Die letzten Tage…

Bald ist es soweit. Dies sind für mich die letzten Tage in Deutschland. Am 11.8.2016 werde ich meinen Freiwilligendienst, mit dem Bolivianschen Kinderhilfswerk,  antreten. Ich werde von Frankfurt aus nach Santa Cruz fliegen. Dort werden ich mit meinen Mitfreiwilligen ein dreitägiges Seminar haben. Anschließend werden wir in unsere Städte gebracht. Ich werde nach Sucre gebracht, wo ich ein Jahr verbringen werde. In meiner Zeit als Freiwillige werde ich im Projekt Instituto Psicopedagogico Ciudad Joven San Juan de Dios arbeiten. Mein Projekt beschäftigt sich mit geistig und körperlich behinderten Kindern, die lange von der bolivianischen Gesellschaft ausgeschlossen wurden.

Für mich persönlich sind jetzt die letzten Tage schlimmer, als der eigentliche Abschied. Denn jetzt wird mir erst richtig bewusst, was ich alles für ein Jahr hinter mir lassen muss. Meine Familie, meine Freunde, meine Arbeit. Selbst die kleinsten banalen Dinge muss ich hinter mir lassen. Die Wäsche, die meine Mutter für mich gewaschen hat. Das Essen, was sie mir jeden Tag gekocht hat. Das Feiern gehen mit meinen Freunden. Oder einfach mit der besten Freundin irgendwo hinfahren. Das alles werde ich für ein Jahr nicht mehr haben. Aber ich glaube es sind genau diese Dinge, die einen im Jahr reifen lassen.

Ständig bekomme ich die gleichen Fragen gestellt. „Bist du aufgeregt?“ „Freust du dich?“Aber eigentlich habe ich keine Antwort auf diese Fragen. Denn ich weiß es selber nicht so genau. Klar freue ich mich, aber ich habe auch dieses mulmige Gefühl im Magen, weil ich alle Menschen, die ich liebe verlassen muss. Und dann bekomme ich noch so Dinge gesagt wie „Was mache ich nur, wenn du weg bist?“ „Wie halte ich das nur ohne dich aus?“. Auf solche Aussagen, weiß ich nie was ich sagen soll. Es ist zwar lieb von den Menschen gemeint, aber man selber ist überfordert und weiß gar nicht was man dem gegenüber antworten soll. Ich habe meistens nur mit einem „Ich weiß es nicht.“ geantwortet.

„Ich werde dich so vermissen“- ist der Satz, den ich in letzter Zeit am meisten gehört habe. Natürlich werde ich meine Familie und all meine Freunde vermissen. Aber ich denke, dass irgendwann im Leben der Punkt gekommen ist an dem man einfach nur an sich selbst denken sollte, um seine eigenen Träume zu verwirklichen.

Während meiner letzten 5 Tage werde ich viel mit Freunden machen, Essen gehen, Abschied nehmen, und somit auch viele Tränen vergießen, aber auch einfach meine letzten Tage hier genießen.

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