Camino de la Muerte, Lago de Titicaca y mucho más.

Día Uno
Es ist der 28.10., wir haben 18.30 und das heißt Vacaciones! Der erste Urlaub in La Paz steht für mich und meine Mitfreiwilligen an. Am Bus angekommen trafen meine Mitfreiwillige und ich auf den Rest der Gruppe.  Wir durften die Fahrt in sogenannten Cama-Bussen verbringen.
Das sind Bett Busse, und das heißt, Schlaf ist garantiert.
Gegen 8 Uhr sind wir in La Paz angekommen. Da ein Mitfreiwilliger, Benni, schon einmal in La Paz gelebt hat und seine Eltern noch Kontakt zu Freunden dort hatten, konnten Delia, Benni und ich den Luxus der Zona Sur genießen. Die Zona Sur ist das Wohlhabenden-Viertel von La Paz.
Dort angekommen wurden wir herzlich von Korinna und Ernst, den Freunden von Benni‘s Eltern begrüßt. Ein sehr leckeres Frühstück stand ganz zu Beginn auf dem Programm. Danach fuhren wir mit Ernst nach Sopocachi, ein Stadtviertel von La Paz, wo wir einen super Ausblick genießen konnten. Ein bisschen haben wir auch die Stadt erkundet, was uns gezeigt hat, wie klein Sucre im Gegensatz zu La Paz ist. Natürlich ist das alles nichts im Vergleich zu Köln ☺
Den Teufelszahn hat Ernst uns auch gezeigt, welcher recht weit oben lag. Auch hier war eine super tolle Aussicht garantiert.
Als wir wieder zu Hause waren erwartete uns Korinna bereits mit super leckerem Essen. Auf der Speisekarte stand Kartoffeln mit Frikadellen und Salat.
Da wir alle müde waren legten wir uns etwas hin. Aber lange schlafen war nicht angesagt, gegen 19 Uhr sind wir aufgestanden und haben uns, für den Geburtstag einer Mitfreiwilligen, fertig gemacht. In der Bar angekommen war die Freude groß endlich wieder die anderen Mitfreiwilligen zu sehen, die man seit August nicht mehr gesehen hatte. Auch Freiwillige aus Santa Cruz waren  am Start.

 

Día Dos
Nach dem Frühstück machten wir uns auf dem Weg in die Stadt. Dort entschieden wir uns dazu Teléferico, Seilbahn, zu fahren. Am Nachmittag hat sich Benni mit alten Au-Pair Mädchen getroffen und Delia und ich sind in El Alto auf die Feria, dem Markt, spaziert. Da am Abend ein Fußballspiel der örtlichen Teams stattgefunden hat und Benni sich dies mit anderen anschaute, holten wir ihn dort ab. Bereits auf dem Weg zum Stadion hat es angefangen in Strömen zu regnen. Als wir ihn endlich gefunden hatten nahmen wir uns ein Taxi nach Hause zogen uns um und aßen etwas. Heute stand auf der Speisekarte Hot Dogs.

Día Tres

Den dritten Tag haben wir uns für eine Stadtrundfahrt ausgesucht. Auf dieser Rundfahrt wurden uns viele Informationen mitgeteilt. Außerdem fuhren wir mit dem Bus zum Aussichtspunkt von La Paz, wo man selbstverständlich einen beeindruckenden Ausblick auf die Stadt hatte.
Was natürlich bei einem Urlaub auch nicht fehlen darf ist ein Shopping Trip. Delia und ich haben uns also nachmittags auf den Weg zur Calle Sarganaga gemacht, um ein bisschen Geld los zu werden.

Día Cuatro

Die Nacht war für uns recht kurz, da wir schon um 6.30 aufstehen mussten. Geplant war nämlich eine Fahrradtour über die Todesstraße.
Die ersten Meter gingen auf einer asphaltierten Straße los, ein richtiger Luxus. Aber die Todesstraße würde nicht Todesstraße heißen, wenn man durchgehend ganz entspannt auf asphaltierter Straße fahren könnte.
An der Todesstraße angekommen, ging die wilde Fahrt auch schon los. Circa 3 Stunden radelten wir bergab. Während unserer 68 Kilometer langen Tour haben wir alle Klimazonen Boliviens durchquert.
Einmal habe ich einen Stein übersehen, und bin wie es kommen musste gestützt. Schmerzen und relativ viele Blaue Flecken waren die Folge, aber eine Juliane kennt keinen Schmerz.
Am Ende der Todesstraße angekommen, holte uns ein Bus ab und wir fuhren in ein Hotel, wo es für uns Mittagessen gab. Eigentlich wäre es jetzt wieder zurück nach La Paz gegangen, aber Benni, Delia und ich entschieden uns dazu eine Nacht in Coroico zu verbringen.

Día Cinco

Gegen 9 Uhr sind wir aufgestanden, haben gefrühstückt und uns dann auf den Weg zur Touristeninformation gemacht. Dort entschieden wir uns eine Tour zum Rio Negro, schwarzen Fluss, zu machen. Die Tour ging nur bergab und während des Wanderns wurde einem immer wärmer. Unten im Regenwald angekommen sahen wir den Fluss auch schon. Wir durchquerten diesen und gingen noch ein Stück. Dort angekommen erwartete uns ein sehr schöner Wasserfall, wo wir drin schwimmen gingen. Zum Glück mussten wir den Weg hoch nicht laufen, sondern wurden von einem Bus, von unserm Guide, abgeholt. In Coroico wieder angekommen, gingen wir Essen. Nachdem Essen suchten wir verzweifelt einen Bus nach La Paz, da es schon halb 8 war und sehr viele Menschen an diesem Abend noch nach La Paz wollten gestaltete sich die Suche sehr schwer. Nach langer Suche hatten wir endlich einen Bus gefunden. In La Paz angekommen nahmen wir uns ein Taxi nach Hause. Dort packten wir unsere Koffer aus und packten wieder ein, da es am nächsten Tag zum Titikakasee ging.

Día Seis

Um 8 wurden wir von unserem Wecker aus dem Schlaf gerissen. Eine Tour zum Titikakasee stand an.
Da es Benni nicht so gut ging, machten Delia und ich uns alleine auf den Weg.
Auf ging es zum Terminal, ab in den Bus und nach 4 Stunden erreichten wir die Copacabana.
Am Titikakasee gingen wir erstmal ein bisschen spazieren und fuhren dann Tretboot. Um circa 18.30 konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten. Nach dem Sonnenuntergang machten wir uns auf den Weg zum Hotel, da wir einen langen Tag hinter uns hatten, fielen uns die Augen schnell zu.

Día Siete
Der vorletzte Tag- das hieß früh raus aus den Federn, eine Tour zur Isla del Sol, oder zur Sonneninsel war geplant.
Am Titikakasee stiegen wir in das Boot, welches uns zur Insel brachte. Delia und ich wollten wandern gehen. Da gab es dann 2 Möglichkeiten, entweder den kurzen oder den langen Weg. Wir entschieden uns für den kurzen. Leider wussten wir nicht wie wir gehen sollten, und sind im Endeffekt doch den langen Weg von ganzen 3 Stunden gelaufen.
Zurück ging es zum Boot, welches uns wieder 2 Stunden zurück schipperte. Angekommen In der Copacabana holten wir unser Gepäck und fuhren wieder zurück nach La Paz. Von da an ging es mit dem Taxi zurück nach Hause, und auch an diesem Abend fielen uns die Augen zu.

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Día Ocho

An unserem letzten Tag haben wir nicht mehr viel gemacht. Wir sind zum Terminal gefahren haben uns Tickets für den Bus nach Sucre geholt und sind dann wieder nach Hause gefahren. Zuhause angekommen hat uns Korinna noch zum Essen eingeladen. Nach dem Essen mussten wir uns dann auch schon auf den Weg zum Terminal machen. Vom Terminal ging es dann mit dem Bus zurück, und gegen 9 Uhr morgens erreichten wir Sucre.

Im Gegensatz zu Sucre merkt man, dass La Paz in der Entwicklung deutlich fortgeschrittener ist. Die westlichen Einflüsse, z. B. Einkaufszentren, Fast Food Ketten, Autos etc. sind deutlich zu erkennen. In Sucre gibt es nur ganz kleine Einkaufszentren und die Kleidung ist nicht hochwertig. Fastfood, wie Burger King und Subway gibt es gar nicht und die Autos hier sind auch uralt.

Der Urlaub in La Paz war sehr schön, aber trotzdem freue ich mich wieder zu Hause in Sucre zu sein. Die nächste Reise wird dann hoffentlich über Weihnachten/Silvester nach Kolumbien gehen. Von dort berichte ich euch natürlich auch, bis dann !

Bolivien?!

Oft habe ich nur eine verständnislose Frage bekommen, warum ich denn nach Bolivien gehen würde und nicht nach Amerika, Neuseeland oder Australien? Meine Antwort darauf war meistens: Warum denn nicht?

Ich wollte nach meinem Abitur unbedingt in ein Spanisch sprachiges Land gehen und da hat sich Südamerika einfach sehr gut angeboten.
Ein bisschen die Welt sehen, nicht in einem Industrieland leben, wie in Deutschland, sondern raus aus der Komfortzone. Nach dem Abitur ist man noch so jung, weiß meistens sowieso noch nicht was man mal studieren möchte etc. Also warum nicht ins Ausland gehen, sich weiterentwickeln, eine neue Kultur/neue Leute aus der ganzen Welt kennenlernen und seine Grenzen und seinen Toleranzbereich erweitern?

Bei meinem FSJ hier in Bolivien denke ich, dass ich zwar nicht viel dem Land helfen werde, aber wenn ich in meinem Projekt den Kindern das Jahr bereichern kann, hat es sich schon gelohnt.
Etwas, was ich an einem FSJ auch sehr gut finde ist, dass man sich sozial betätigt. Besonders in meinem Projekt, wo ich mit einer sozialen Randgruppe zusammen arbeite. Dadurch lernt man nochmal wie man mit verschiedenen Menschen umgehen kann/muss.

Ein anderer riesiger Aspekt, der mich für Bolivien überzeugt hat ist, dass ich für mein Leben gerne reise. Und mit meinen Urlaubstagen werde ich versuchen möglichst viel von Bolivien zu sehen und nach Chile und Peru zu reisen.

Aus einem andern Blickwinkel

Hallo ihr lieben, um mich kurz vorzustellen: Ich heiße Maike und bin Julianes beste Freundin. Leider hab ich nicht mehr in den Koffer gepasst und musste zuhause bleiben. Obwohl ein Gepäckstück mehr bestimmt nicht aufgefallen wäre…
Den Abschied haben wir beide dann mit Tränen über Tränen überstanden, nachdem wir mega lange am Flughafen gewartet haben und nun ist sie am anderen Ende der Welt.
Hier zuhause läuft eigentlich alles wie immer, nur, dass ich mehr Langeweile habe als vorher. Jetzt fehlt jemand mit dem man sinnlos durch die Gegend fahren kann und über alles quatschen kann was einem grade so durch den Kopf geht – egal was für bescheuerte Ideen oder Gedanken das sind. (und ja wir fahren, weil wir zu faul zum laufen sind)
Es ist aber auf jeden Fall ein komisches Gefühl, mit Juliane zu schreiben und zu snapchatten wie immer, und dabei hockt sie in Bolivien und ich im lahmen Deutschland ☹
Auch das mit der versetzten Zeit ist eine ziemlich komische Angelegenheit. Jetzt wünschen wir uns zwar immer noch Guten Morgen oder Gute Nacht, aber das stimmt immer nur bei einem von uns beiden ☺
Dann kommt dann sowas  wie: „Hier ist zwar noch keine Nacht, aber trotzdem gute Nacht.“
Aber darüber kommt man hinweg.
Viel schlimmer ist es, dass ich sie jetzt erstmal ziemlich lange nicht sehe. Aber dafür erlebt sie Erfahrungen die Ihr keiner nehmen kann und wenn sie wiederkommt, dann warten wir alle und ich bin die erste die schreiend durch den Flughafen läuft um sie zu umarmen und tot zu quetschen!
Bis dahin spare ich um hoffentlich eine Reise nach Bolivien finanzieren zu können.
Damit verabschiede ich mich bei euch, lest fleißig alle Blogeinträge von Juliane und vielleicht rutscht ja nochmal einer von mir dazwischen. ☺
Bis dann, Maike !
P.s. Ich bin so stolz auf dich Juliane!

 

 

 

Die erste Woche.

Am 11.08. hat mein Abenteuer endlich gestartet. Der Tag, auf den ich mich schon seit vielen Monaten gefreut habe, war endlich da. Mit gemischten Gefühlen ging es mit Mama, Papa und meiner besten Freundin zum Frankfurter Flughafen, wo vier Freunde auf mich gewartet haben. Am Flughafen habe ich dann nach einem Monat endlich wieder meine Mitfreiwilligen getroffen. Schweren Herzens und mit sehr vielen Tränen musste ich mich von meinen Eltern und meiner besten Freundin verabschieden.

Wegen Problemen mit dem Visum hat sich der Check-In extrem lange hingezogen. Im Anschluss an den stundenlangen Check-In konnten wir, endlich, zur Sicherheitskontrolle, bei der ich mich dann, unter erneuten Tränen, von meinen weiteren Freunden verabschieden musste.

Nachdem meine Tränen getrocknet waren, ging es dann auch schon in den Flieger nach Madrid, wo wir kurz Zeit hatten, um etwas zu essen. Von dort aus ging es dann weiter ins zwölf Stunden entfernte Santa Cruz, wobei die zwölf Stunden schnell vorbei gingen. Als wir dann endlich im warmen Santa Cruz angekommen waren, wurden wir von den Leitern des BKHW’s in typisch bolivianischen Bussen, sogenannten Micros, abgeholt. Diese brachten uns dann ins Hotel, in welchem wir die nächsten Tage das Ankommensseminar hatten.

Sonntags ging es dann mit Bussen in unsere Städte. Meine Stadt, das schöne Sucre, erreichten wir nach 14 Stunden Busfahrt. Unser Vermieter holte mich und meine Mitbewohnerin am Busbahnhof ab. Von dort aus fuhren wir gemeinsam zu unserem Haus. Im Garten erwartete uns eine riesige Baustelle. Das Haus ist sehr klein, eigentlich für nicht mehr als eine Person, aber in einem Monat soll die Baustelle fertiggestellt werden und ein geräumiger Anbau für mehr Platz sorgen.  In unserem Haus fehlt es uns, leider, an sehr vielen Dingen, trotzdem versuchen wir das Beste aus der Situation zu machen.

In meiner ersten Woche, hier im ärmsten Land Südamerikas, habe ich viel erlebt, viel gelacht und vor allem eine schöne Zeit verbracht. Am Dienstag werde ich anfangen zu arbeiten, worauf ich mich schon freue.

Die letzten Tage…

Bald ist es soweit. Dies sind für mich die letzten Tage in Deutschland. Am 11.8.2016 werde ich meinen Freiwilligendienst, mit dem Bolivianschen Kinderhilfswerk,  antreten. Ich werde von Frankfurt aus nach Santa Cruz fliegen. Dort werden ich mit meinen Mitfreiwilligen ein dreitägiges Seminar haben. Anschließend werden wir in unsere Städte gebracht. Ich werde nach Sucre gebracht, wo ich ein Jahr verbringen werde. In meiner Zeit als Freiwillige werde ich im Projekt Instituto Psicopedagogico Ciudad Joven San Juan de Dios arbeiten. Mein Projekt beschäftigt sich mit geistig und körperlich behinderten Kindern, die lange von der bolivianischen Gesellschaft ausgeschlossen wurden.

Für mich persönlich sind jetzt die letzten Tage schlimmer, als der eigentliche Abschied. Denn jetzt wird mir erst richtig bewusst, was ich alles für ein Jahr hinter mir lassen muss. Meine Familie, meine Freunde, meine Arbeit. Selbst die kleinsten banalen Dinge muss ich hinter mir lassen. Die Wäsche, die meine Mutter für mich gewaschen hat. Das Essen, was sie mir jeden Tag gekocht hat. Das Feiern gehen mit meinen Freunden. Oder einfach mit der besten Freundin irgendwo hinfahren. Das alles werde ich für ein Jahr nicht mehr haben. Aber ich glaube es sind genau diese Dinge, die einen im Jahr reifen lassen.

Ständig bekomme ich die gleichen Fragen gestellt. „Bist du aufgeregt?“ „Freust du dich?“Aber eigentlich habe ich keine Antwort auf diese Fragen. Denn ich weiß es selber nicht so genau. Klar freue ich mich, aber ich habe auch dieses mulmige Gefühl im Magen, weil ich alle Menschen, die ich liebe verlassen muss. Und dann bekomme ich noch so Dinge gesagt wie „Was mache ich nur, wenn du weg bist?“ „Wie halte ich das nur ohne dich aus?“. Auf solche Aussagen, weiß ich nie was ich sagen soll. Es ist zwar lieb von den Menschen gemeint, aber man selber ist überfordert und weiß gar nicht was man dem gegenüber antworten soll. Ich habe meistens nur mit einem „Ich weiß es nicht.“ geantwortet.

„Ich werde dich so vermissen“- ist der Satz, den ich in letzter Zeit am meisten gehört habe. Natürlich werde ich meine Familie und all meine Freunde vermissen. Aber ich denke, dass irgendwann im Leben der Punkt gekommen ist an dem man einfach nur an sich selbst denken sollte, um seine eigenen Träume zu verwirklichen.

Während meiner letzten 5 Tage werde ich viel mit Freunden machen, Essen gehen, Abschied nehmen, und somit auch viele Tränen vergießen, aber auch einfach meine letzten Tage hier genießen.